Obwohl die Japaner ihre Abende eher am Esstisch verbringen, gibt es auch andere Orte für Nachtschwärmer. Hier ist eine Liste mit Treffpunkten des japanischen Nachtlebens.

Izakayas
Das japanische Wort Izakaya kann einfach als Ort des Essens und Trinkens übersetzt werden. Die grundsätzliche Idee ist der eines Tapas-Treffpunkts ähnlich. Der Tisch ist bedeckt mit kleinen Gerichten, dazu gibt es Bier oder Sake. Man kann stundenlang in einem Izakaya sitzen, essen und trinken, feiern und Spaß haben. Hierhin geht man in einer großen Gruppe. Im Allgemeinen feiert man mit den eigenen Leuten, aber es ist auch möglich, bei solchen Gelegenheiten andere Leute kennen zu lernen. Die japanischen Trinkgewohnheiten sehen vor, dass jedes Mal, wenn eine Flasche Sake an den Tisch bestellt wird, dem Freund ein Drink eingeschenkt werden muss. Es ist wichtig, das Glas des Begleiters zu füllen und dem Begleiter zu erlauben, sich zu revanchieren.

Karaoke
Bis in die 80er Jahre war das Karaoke-Singen hauptsächlich auf Karaoke-Bars begrenzt, in denen die gesamte Kundschaft sowohl als Publikum als auch als Sänger fungierte. Karaoke-Bars in diesem Stil gibt es in gewissem Maße natürlich immer noch, und es sind gute Orte für Leute mit Gesangstalent, mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Normalerweise ist in diesen Bars ein Eintrittsgeld oder einen Kostenbeitrag von etwa 10 bis 20 Euro zu zahlen.

Die Karaoke-Sitten haben sich in den letzten Jahren verändert. Es hat sich zunehmend eingebürgert, dass Gruppen von Freunden in Karaoke-Boxen singen. Karaoke-Boxen sind schalldichte Räume mit Karaoke-Zubehör, die stundenweise vermietet werden. Für gewöhnlich kann man in diesen Boxen auch Essen und Getränke bestellen. Sie sind besonders bei der jungen Generation beliebt.

Discos und Clubs
Tokios Clubszene ist unvergleichlich, obwohl Osaka ihr nahe kommt.

Clubs konzentrieren sich eher auf bestimmte Stadtgebiete. So zum Beispiel gibt es viele Discotheken und Clubs in Tokios Bezirken Roppongi und Shibuya. Andererseits gibt es auch gigantische vorstädtische Treffpunkte für Clubber mit Leib und Seele, wie der berühmte Tokioter Club Ageha.

Während die Japaner Clubs hauptsächlich besuchen, um zu tanzen, veranstalten einige Clubs auch Themenpartys wie Fetisch- oder Fesselabende. Die Eintrittspreise der Clubs liegen normalerweise bei mindestens 20 Euro, können aber auch bis 50 Euro gehen. Der Eintrittspreis beinhaltet generell ein Getränk. Wie in Europa geht die Party meist erst nach Mitternacht richtig los. Es gibt HipHop-, Trance-, House- und Reggae-Clubs, wobei die HipHop- und Reggae-Szenen seit ein paar Jahren besonders beliebt sind.
Salsa-Bars sind ein Beispiel für eine Mischung aus Clubs und regelmäßigem Tanztreffpunkt. Diese Bars sind natürlich gänzlich dem Salsa-Tanzen gewidmet.

Die meisten Clubs nehmen ihre Musikform sehr ernst, und Kunden legen sehr viel Wert auf ihre Kleidung, um sich den Regeln der entsprechenden Subkultur anzupassen.

Alle, die sich für Clubbing interessieren, sollten die neusten Club-Events im Internet ausfindig machen. Man sollte darauf vorbereitet sein, dass Treffpunkte, die in Reiseführern vorgestellt werden, eventuell ihre Musikrichtung verändern oder nicht mehr existieren.

Live Musik
Weltstars besuchen Japans größte Städte regelmäßig und häufig. Es kann natürlich schwierig werden, Karten für solche Konzerte zu ergattern, aber einen Versuch ist es wert.

Kleinere Live Musik-Treffpunkte werden Live-Houses genannt und verteilen sich über die ganze Stadt. Dort ist schon früher am Tag etwas los, manchmal sogar am Nachmittag. Regionale Live Musik-Treffpunkte und Clubs findet man im Internet und auf Nachfrage in städtischen Musikgeschäften. Sieht man sich die Flyer-Auslage in den Musikgeschäften an, macht man oft überraschende Entdeckungen über regionale Events.

Kneipen und Bars
Mittlerweile gibt es einige Bars im westlichen Stil in den größeren Städten. Meist besteht die Hälfte ihrer Kundschaft aus in Japan lebenden Ausländern. Diese Kneipen sind auf den Getränkekonsum eingestellt, nicht wie die japanischen Izakayas auf Essen und Trinken gleichermaßen. Man findet britische Pubs mit Fernsehfußballübertragungen und angesagte skandinavische Bars in strengem Design.

Die traditionelle japanische Kneipe – von den Einheimischen oft als Snackbar bezeichnet – ist ihrem westlichen Pendant völlig entgegengesetzt. Diese Kneipen werden hauptsächlich von Stammkunden besucht. Viele Stammkunden erwartet eine persönliche, mit ihrem Namen gekennzeichnete Flasche am Tresen. Manche dieser Treffpunkte sind nur für Mitglieder zugänglich. Allein das Sitzen kostet in einer japanischen Durchschnittskneipe etwas. Die Kneipe kann sehr still sein oder ziemlich offen und einladend. Das Problem ist, das man dies vom Äußeren her nicht erkennen kann. Eine gute Idee ist daher, sich Empfehlungen für traditionelle japanische Kneipen nennen zu lassen – oder wenn möglich, japanische Freunde zu bitten, Sie in ihre Lieblingskneipe mitzunehmen.

Host Clubs
Host Clubs sind eine japanische Besonderheit. Das sind Clubs, wo die Kunden, meistens Männer, mit weiblichen Hostessen plaudern können, die von den Clubs genau zu diesem Zweck angeheuert werden. Das Sitzen in einem Host Club kostet einen bestimmten Betrag, der nach Stunden berechnet wird. Neben dem Plaudern gehört zur Arbeit der Hostessen, die Gäste dazu zu animieren, kleine Snacks und alkoholische Getränke zu konsumieren, die alle einzeln in Rechnung gestellt werden.
In den Host Clubs geht es tatsächlich nur um das gemütliche Plaudern. Mit erotischer Unterhaltung oder sexuellen Leistungen haben sie nichts zu tun. Die Frauen unterhalten betrunkene Männer. Es gibt auch Host Clubs für Frauen, in denen gutaussehende junge Männer angestellt sind, und genauso auch Host Clubs für Homosexuelle. In einigen der beliebtesten Clubs arbeiten ausländische Frauen als Hostessen. Solche Einrichtungen sind allerdings besser zu meiden, es sei denn, man besitzt genug Geld, um es aus dem Fenster zu werfen.






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